Leitlinien

Leitlinien

Organisation und Ablaufplanung

Leitlinie Organisation und Ablaufplanung der Besuchsdienste
Grundsätzliches:
Der Verein „Tiere helfen Menschen e.V.“ führt sämtliche Besuchsdienste auf ehrenamtlicher Basis durch. Die Besuchsdienste dienen nicht dem Gelderwerb oder der Sicherung des Lebensunterhaltes.
Der Verein vermittelt keine zu entlohnenden Leistungen, und will solche nicht als Sprungbrett für eine freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit verstanden wissen. Kern der Tätigkeit ist der ehrenamtliche Besuch in gemeinnützigen oder anderen anfordernden Einrichtungen.
Finanzielle Aspekte:
Für den Besuchsdienst ist es wünschenswert, dem ehrenamtlich tätigen Team (Tierbesitzer und Tier) eine Aufwandsentschädigung im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Möglichkeiten zukommen zu lassen. Auch Futter- und Sachspenden sind möglich.
Die besuchten Einrichtungen sollen angehalten werden, eine Aufwandsentschädigung mit dem ThM-Mitglied zu vereinbaren.
Mitgliedsausweis/Teamausweis/Sachkundenachweis
Alle Mitglieder, die Mitgliedsbeitrag entrichten, erhalten einen doppelseitigen Mitgliedsausweis. Auf der Vorderseite werden Name und Anschrift des Mitgliedes festgehalten, auf der Rückseite ist der Zweck des Vereins vermerkt.
Alle neu aufzunehmenden Mitglieder im Tierbesuchsdienst verpflichten sich zur Teilnahme an 3 Fortbildungsveranstaltungen, um die Arbeitsweisen und rechtlichen Grundlagen der ehrenamtlichen Tierbesuchsdienste kennenzulernen. (Die Schulungsstunden liegen zwischen 32 + 40 Stunden)
Der Verein bietet standardisierte Sachkundemodule und eine Stärken-Schwächen-Analyse des Tier-Halter-Teams an.
Sachkundeseminare
1. Stärken-Schwächen-Analyse (SSA): Mit dem Hund-Halter-Team wird eine Stärken-Schwächen-Analyse als Eignungsfeststellung durchgeführt, und um die optimalen Einsatzgebiete zu ermitteln.
2. Einführungsseminar/Grundlagenseminar: Hier wird das Mitglied mit den rechtlichen und organisatorischen Grundlagen für die Arbeit im Verein und im Besuchsdienst vertraut gemacht.
3. Aufbaumodul A1: Der Hund / das Tier im ehrenamtlichen Besuchsdienst: Anforderungen, Stressmerkmale, Körpersprache, Entwicklung und Begleitung während des Einsatzes.
4. Die Module A 2 – A 10 sind Wahlseminare die sich mit den einzelnen möglichen Arbeitsbereichen beschäftigen, um dem Hundeführer weitere Grundkenntnisse über seinen zukünftigen Einsatzort zu vermitteln.
Mit diesen Fortbildungsmodulen möchten wir künftig sicherstellen, dass alle
besuchsdienstleistenden Mitglieder des Vereins die Grundzüge unserer Arbeit kennen und
anwenden können.
Die Module sollten innerhalb von 6-12 Monaten absolviert werden.
Aus praktischen Gründen wird die Stärken-Schwächen-Analyse vor Beginn des selbst
durchgeführten Besuchsdienstes stattfinden.
Auch unsere Altmitglieder dürfen und sollen an den Seminaren teilnehmen.
Da sie aber oft schon seit vielen Jahren aktiv im Einsatz sind und inzwischen über
umfangreiche Erfahrung verfügen, wird die Teilnahme nicht verpflichtend sein.
Sämtliche Grundlagenkurse werden für die Mitglieder kostenfrei angeboten.
Zum Nachweis über die besuchten Seminare erhalten die Mitglieder ein Teilnahmeheft,
eine Bescheinigung über die absolvierten Pflichtseminare wird im Gesamten am Ende der
Pflichtstunden erstellt.
Die Wahlseminare werden von Termin zu Termin bescheinigt.
Willkommenspaket
Alle Neumitglieder erhalten ein Begrüßungspaket mit einem ThM-Vereins-Halstuch für den
Vierbeiner, einem bedruckten „Tiere helfen Menschen e.V.“ Button zum Anbringen an der
Kleidung während des Besuchsdienstes und Aufkleber.
Gegen eine Gebühr können über die Vereinshomepage speziell gefertigte Sweat-Jacken,
Poloshirts, Stofftaschen, und Arbeitswesten in Vereinsfarben bezogen werden.
Somit sind die Besuchsteams sofort in ihren Einrichtungen als ThM-Mitglieder zu erkennen.
Aufbau eines Besuchsdienstes
Ein neuer Interessent für unseren Besuchsdienst geht zunächst mit dem RGL oder einem
erfahrenen Mitglied ca. 1 bis 3 mal in eine betreute Einrichtung.
Dazu ist das eigene Tier nicht dabei. Dies dient dazu, dem Interessenten einen Eindruck
unserer Arbeit zu vermitteln.
Bei Aufnahme der eigenen Tätigkeit in einer neuen Einrichtung, wird der neue
Besuchsdienstler und sein Tier von dem erfahrenen Mitglied ohne dessen Tier begleitet.
Die Häufigkeit dieser Begleitung liegt im Ermessen beider Tierhalter.
Das erfahrene Mitglied hält sich im Hintergrund und steht für eventuell auftretende Fragen
zur Verfügung.
Versicherungen
Zwingend erforderlich ist eine Tierhalterhaftpflichtversicherung, die auch ehrenamtliche
Besuchsdienste umfasst.
In der Regel ist dies ohne Erhöhung der Prämie möglich. Bei bestehenden Versicherungen
sollte mit dem Versicherer gesprochen und eine Aufnahme des ehrenamtlichen
Besuchsdienstes in die Police vereinbart werden.
Mit der Mitgliedschaft bei „Tiere helfen Menschen e.V.“ erwirbt der Besuchsdienstler
automatisch eine Haftpflichtversicherung, die ihn während des Besuchsdienstes absichert.
Hierfür hat der Verein eine Versicherung abgeschlossen.
Voraussetzung ist eine ordentliche Mitgliedschaft im Verein, die durch Anmeldung und
Zahlung des Mitgliedsbeitrages zustande kommt.
Im Mitgliedsbeitrag ist die Versicherungsprämie enthalten.
Vereinbarung
Wir empfehlen dringend, dass das Besuchsdienstteam und die besuchte Einrichtung eine
Vereinbarung in Schriftform festhalten.
Eine entsprechende Vereinbarungsvorlage ist vom Vorstand erarbeitet und zum
Herunterladen auf der Vereinshomepage zur Verfügung gestellt.
Die Vereinbarung sollte neben Dauer und Häufigkeit des Besuchsdienstes auch eine
Regelung zur Aufwandsentschädigung enthalten.
Hygiene
Um den hygienischen Anforderungen gerecht zu werden, muss vor Beginn der Tätigkeit in
den Einrichtungen darauf geachtet werden, den Tierbesuchsdienst in den vorhandenen
Hygieneplan mit aufzunehmen.
Eine beispielhafte Vorlage stellt der Vorstand auf der Homepage zum Herunterladen zur
Verfügung.
Als Nachschlagewerk dient auch Heft 19 des Robert-Koch-Institutes (inzwischen recht alt),
verfasst durch unser Mitglied Dr. Andreas Schwarzkopf, oder die Hygienebroschüre des
Institut Schwarzkopf, welche alle 2 Jahre aktualisiert wird.
Auftritt in der Öffentlichkeit
Auf der Homepage des Vereines gibt es zukünftig die Möglichkeit, Erfahrungsberichte und
Einsatzerlebnisse zu veröffentlichen.
Auch die Facebookseite ist aktiv, und wird vom Vorstand betreut.
Hier möchten wir jedoch darum bitten, Persönliches, Anmeldungen, Anfragen und
Informationen per Email an die Geschäftsstelle zu schicken.
Ebenso berichten wir in Zeitungen und Zeitschriften über unsere Mitglieder und deren
Tätigkeit, und vertreten so den Verein nach außen.
Fortbildungen und Jahreshauptversammlung
Um die Teilnahme an der JHV und wenigstens einem Regelseminar zu erleichtern, werden
künftig zwei Veranstaltungen an einem Wochenende stattfinden.

Anforderungen an den Tierhalter

Tierhalter, die sich für den ehrenamtlichen Einsatz in der tiergestützten Intervention interessieren, sollen über die notwendige Freizeit verfügen, ein geeignetes Tier haben, und die Bereitschaft, dieses mit fremden Menschen zu „teilen“.
Die Arbeit im Besuchsdienst beinhaltet, dass auch diese fremden Menschen mit dem eigenen Tier in Beziehung gehen dürfen.
Der Tierhalter sollte über die notwendigen sozialen und emotionalen Kompetenzen verfügen, um mit Empathie den Klienten begegnen zu können.
Sinnvollerweise schließt er sich einer unserer Regionalgruppen an, in welchen ein reger Erfahrungsaustausch gewünscht ist, aber auch ein „Auffangen nach Belastungssituationen“ ermöglicht wird. Auch hier gilt das Prinzip der geteilten Freude und des geteilten Leids….
Er muss die Bereitschaft aufbringen, zu Beginn die Fortbildungsmodule zu durchlaufen, um entsprechend gut vorbereitet den Dienst antreten zu können.
Zur Vorbereitung gehört ebenfalls, sich ausreichendes Wissen über Verhalten und Bedürfnisse der jeweiligen Tierart anzueignen, um Überforderungssituationen rechtzeitig zu erkennen, bzw. auch richtig zu motivieren und zu regeln. Der Tierhalter ist zu jeder Zeit voll für sein Tier verantwortlich und hat die Aufgabe zu erkennen, dass es allen Beteiligten im Tierbesuchsdienst gut geht.
Ebenfalls soll er die Bereitschaft haben, sich etwas in die Spezialitäten seines Aufgabengebietes einzulernen. Im Umgang mit Dementen etwas über Validation, für die Sterbebegleitung empfiehlt sich zum Beispiel eine Hospizausbildung, etc.
Sind alle Voraussetzungen erfüllt, kann begonnen werden.
Wir wünschen unseren neuen Kollegen viel Freude bei Ihrer besonderen Aufgabe.

Stärken- und Schwächenanalyse Eignungsfeststellung

Die Stärken- Schwächenanalyse findet auf Grundlage unterschiedlicher, erfahrungserprobter Übungen statt, die in einzelnen Regionalgruppen von ThM erfolgreich seit 2001 durchgeführt wird.
Am Ende der Stärken- Schwächenanalyse, welche während des Tests genau dokumentiert wird, steht eine Selbst- und eine Fremdreflexion.
Der Hundehalter bekommt über die Inhalte dieser Reflexionen ein Empfehlungsschreiben mit an die Hand.
Schwerpunkt dieser Analyse liegt in der Suche, den geeigneten „Arbeitsplatz“ für Hund und Halter zu finden. Dieser orientiert sich an den festgestellten Stärken und Schwächen des Teams.
Es gibt die Möglichkeit, nach Aufarbeitung der festgestellten Schwächen nach einem Zeitraum von 6 – 12 Monaten die Analyse (SSA) zu wiederholen.
Ebenfalls soll immer eine Entwicklung des Tieres in der Tätigkeit mitberücksichtigt werden.
Wir halten eine standardisierte Prüfung, welche auf Bestehen und Durchfallen ausgerichtet ist, für schwierig, da die Vielfalt der Einsatzbereiche, Krankheitsbilder und Klienten dies fast nicht zulässt.
Den Fähigkeiten der meisten Hunde wird es nicht gerecht, wenn sie eine Prüfung ablegen, in welcher ihnen bescheinigt wird, dass sie für alle Arbeitsbereiche geeignet sind. Dieser Anspruch ist kaum erfüllbar.
Mit der Suche nach dem richtigen „Arbeitsplatz“ für das jeweilige Team, werden seine individuellen Eigenschaften und Fähigkeiten berücksichtigt.
In der Gesamtheit des Teams ist es dann die Aufgabe des gut geschulten, interessierten Hundehalters, seinen Hund in der Arbeit zu fördern und zu unterstützen, seine Bedürfnisse zu erkennen und ihm die notwendige Sicherheit zu vermitteln.
Zur Durchführung, die bundesweit für alle Regionalgruppen einheitlich stattfindet, bietet ThM Workshops für die Multiplikatoren an.
Um die fachliche Sicherheit dieser SSA zu erhalten, werden langjährig in Besuchsdiensten erfahrene Mitglieder mit den notwendigen fachlichen Kenntnissen, zum sog. „fachkundigen Auge“ berufen.
Es ist ein „Bewerter-Team“ entstanden, welches die SSA durchführt.
Alternativ dazu gibt es die Möglichkeit, auf andere fachkundige Personen (Nicht-Mitglieder) zuzugreifen.
Mit den entsprechenden Voraussetzungen kann sich ein Nichtmitglied anmelden, um dort die Grundlagen für die Stärken- Schwächenanalyse zu erlernen.
Diese Voraussetzungen sind:
1. Fachliche Grundlage durch substantiierte Ausbildung im Bereich Tiere (z.B. Fachtierarzt Verhaltenskunde, tiermedizinische Fachangestellte, Tierpfleger, Hundetrainer mit entspr. Ausbildung und Berufserfahrung, etc.)
2. Zuerkennung § 11 Tierschutzgesetz (Sachkunde)
3. 2 Jahre persönliche Praxiserfahrung im Bereich „tiergestützte Intervention“
Anforderungsprofil an das Hund-Halter-Team (Überschriften für Übungen)
• Grundgehorsam des Hundes mit Hundehalter
• Grundgehorsam des Hundes mit einer fremden Person
• Gehorsam unter Ablenkung und auf Distanz
• Sozialverhalten des Hundes
• Bewachte Einsamkeit (keine Einwirkungen auf den Hund)
• Gehhilfen
• Geräusche
• Untergründe
• Toleranz gegenüber menschlichem „Fehlverhalten“, Bedrängung
• Umgang mit fremden Personen
• Verhalten beim Füttern
• Vertrauen in den Hundehalter
• Kunststückchen
• Didaktik des Hundehalters
• Selbständigkeit des Hundehalters
• Selbstreflexion
• Gesamtreflexion