Ein großes Herz hat aufgehört zu schlagen…..

Unser liebenswertes Vorstandsmitglied Annemarie ist heute morgen unerwartet verstorben. Wir sind darüber sehr erschrocken und traurig.

Annemarie hat unseren Verein seit vielen Jahren als Mitglied unterstützt, ist seit 4 Jahren als Beisitzerin im Vorstand von „Tiere helfen Menschen e.V.“ aktiv gewesen, mit der Hilfestellung „Annemarie hört zu…“ war sie jederzeit für unsere Mitglieder erreichbar.

Mit ihrer liebenswerten und empathischen Art, einem großen Herzen und viel Liebe gegenüber Mensch und Tier hat Annemarie Spuren hinterlassen.

Als Kriseninterventionskraft, tiergestützt begleitende Seelsorgerin, selbst Sterbe- und Trauerbegleiterin war das Thema Tod und Sterben für sie sehr nah, um so trauriger empfinden wir es, dass sie so unmittelbar aus dem Kreise ihrer Lieben gegangen ist.

Sie ist nun bei ihrem himmlischen Vater, an den sie fest geglaubt hat.

Ihrem Partner, ihren Angehörigen, Freunden und nahestehenden Menschen, auch ihren Tieren, wünschen wir viel Kraft, mit dem Verlust umgehen zu lernen.

 

 

 

Krambambuli

Danke mein Krambambuli !!
Danke für 13 Jahre Zusammenarbeit,
Danke für 13 Jahre Zusammenleben,
Danke für 13 Jahre gelebte Liebe,
Danke für 13 Jahre Fröhlichkeit.

Als kleine Spanierin mit ca. 4 Monaten bist du damals zu uns gekommen. Ich habe einen „Schoßhund“ für die tiergestützte Therapie gesucht. In kurzer Zeit hast du mir klar gemacht, dass du das jedenfalls nicht bist.
Still sitzen auf dem Schoß war nie dein Ding. „Futter“ für den Kopf, Action, Kunststückchen erlernen…das war dein Ding.
So konntest du mit 7 Monaten über 50 Kunststückchen…

Von Anfang an warst du mit zur Arbeit.
13 Jahre hast du den Menschen Freude und Fröhlichkeit gebracht, Nächstenliebe mitgelebt, du hast Senioren Heiterkeit in den Heimalltag gebracht, Behinderten die Nähe gegeben die sie sich wünschten, bist bei ihnen auf dem Arm zur Musik mit durch den Raum getanzt, Kindern hast du Selbstvertrauen gegeben, dass sie doch Dinge schaffen können, zusammen mit Finchen habt ihr als kleinstes Zughundegespann Deutschlands Geschenke oder „Leckerlis“ in die Heime gefahren, als kleine Nikoläuse im Dezember in die Schulen…..viel haben wir zusammen erlebt.

Dein grünes Gummikrokodil hat dich dein Leben lang begleitet. Es war dein „Baby“ bis ganz zum Schluss. Zusätzlich zu den blauen Plüsch-Halbmondbabys, den Sitzkissen-Babys, selbst vor mir hast du nicht Halt gemacht. Warst du scheinträchtig, wurden alle Babys ins Bett geschleppt, wenn ich morgens aufwachte lagst du mit allen diesen auf mir drauf, da ich auch in dein Nest gehörte, laut deiner persönlichen Ordnung.

Du warst immer sehr kopfstark. Das hat sich bis jetzt, ganz zum Schluss gezeigt. Seit 2 Jahren hatte dich der Krebs im Griff.
Obwohl du sehr bösartige Hämangiosarkome hattest, durften wir dich diese 2 Jahre noch haben. Die Berichte über diese Krebsart reden von deutlich weniger Lebenserwartungszeit.
Der Krebs hatte deinen Körper jetzt doch stark angegriffen, dein Geist blieb bis zum Schluss hellwach.
Ich bin froh, dass wir uns in Ruhe voneinander verabschieden konnten, und dankbar, dass wir den letzten Weg gemeinsam gegangen sind.
Seite an Seite…13 Jahre lang.

Karlsson

Heute war der Tag der Trennung von Karlsson. Der Shar Pei Rüde hatte mich vor 10 Jahren adoptiert, nachdem etliche Vermittlungsversuche misslungen waren. Seine Familie, welche sich trennte, musste nach 3 Jahren schweren Herzens mit ansehen, dass er alles daransetzte bei uns leben zu dürfen. So kam dieser sehr eigenwillige Hund zu uns, und ein langer Weg begann, aus diesem merkwürdigen unnachgiebigen Wesen einen Therapiebegleithund zu machen. Was auf diesem Weg in kurzer Zeit …deutlich wurde, er war jederzeit bereit, sich mit gesunden Menschen zu zanken. Mit Schwachen und Versehrten hingegen war er unendlich geduldig und zärtlich. So arbeiteten wir etliche Jahre zusammen in der Seniorenhilfe, in der Neuropsychiatrie und in der Kinder- und Jugendhilfe. Die letzten 2 Jahre hatten wir ihn berentet, da er allmählich alt wurde.
In den letzten Wochen schloss sich sein Lebenskreis. Alles wurde immer weniger, versch. Lebensfunktionen liessen nach, wir haben uns sehr gewünscht, dass er einfach einschläft. Das hat leider nicht stattgefunden, so dass mal wieder eine Entscheidung getroffen werden musste. Gestern Abend fuhren wir mit seiner Hundegruppe und seinen Bezugsmenschen an die Ostsee zur Verabschiedung, heute morgen kam der Tierarzt.
Danke Kalle für deine Loyalität, deine Zuneigung und deinen unerschütterlichen Zusammenhalt. Auf der anderen Seite wirst du einige deiner Rudelmitglieder der letzten Jahre wiedertreffen. R.i.P….

Alfred Tetzlaff

10 Jahre ist es her, dass der Anruf einging mit der Frage einer Tierschützerin:
„Dürfen wir den freundlichen Boxer den wir zur Pflege bei dir sitzen haben, gegen einen unfreundlichen Shar Pei eintauschen?“ – Am folgenden Tag kam Alfred….

Er war als Welpe an eine Dame und ihren Vater vermittelt worden. Diese mussten ihn nach 3 Jahren zurückbringen, da beide schwer erkrankt waren. „Alfi“, wie er gerufen wurde, wurde vom Verein in einer Tierpension untergebracht, in den folgenden 8 Wochen konnte ihn niemand mehr anfassen. Er lief mit Schleppleine, selbst diese hochzunehmen war unmöglich…. der Hund attackierte sofort.
Dies war der Grund für den gewünschten Tausch – er lies niemanden an sich heran.

Als „Alfi“ gebracht wurde, waren als erstes Zähne, Zähne und noch mehr Zähne zu sehen, dem Gebrüll welches er veranstaltete nach, schien er festen Willens, diese auch umgehend zum Einsatz zu bringen. Das Ausladen aus dem Auto verzögerte sich damit um ca. 1 Stunde, diese Zeit bekam er, um mich, die neuen Düfte, die Umgebung, etc. überhaupt erst einmal wahrzunehmen.Ich stand mit dem Rücken zu ihm und versperrte so den geöffneten Kofferraum. Nach dieser ca. 1 Stunde schob sich ein weisser Kopf über meinen Ellbogen und er wollte aussteigen. Damit konnte ich die Leine greifen, und ihn in den Hof führen. Dort lernte er die anderen Hunde kennen, konnte von dort aus mit ins Haus, lernte das Hundezimmer und auch mein Privatzimmer kennen, und adoptierte mich am folgenden Tag.

Nachdem mir ähnliches 1 Jahr zuvor mit einem anderen Shar Pei passiert ist….., jeder der Shar Peis kennt, weiss, dass diese Hunde durchaus anders sind als andere Hunde, fing ich an mir ernsthafte Sorgen zu machen, ob ich wohl auch schon so schräg drauf bin, dass ausgerechnet diese Hunde sich so zu mir hingezogen fühlten.

Einen Hund, der potenziell jederzeit bereit war Menschen anzugreifen und zu verletzen „Alfi“ zu nennen, erschien mir etwas deplaziert, und so wurde aus ihm „Alfred Tetzlaff“. Der Name blieb sein Leben lang Programm.

Es dauerte 6 weitere Monate, bis Alfred Tetzlaff bereit war, auch anderen Menschen zu vertrauen, es dauerte weitere 6 Monate, bis auch ich bereit war, und den Platz hatte, ihn privat zu übernehmen.

In den 35 Jahren meines Zusammenlebens und -arbeitens mit Hunden bekam ich den traurigsten Satz, den ich je über eine Mensch – Hund – Beziehung hörte von seiner ehemaligen Halterin zu Ohren. Darauf angesprochen, warum der Hund so aggressiv sei, und wie sich das entwickelt hat sagte sie irgendwann im Gespräch: „Mein Vater hatte sein Leben lang Rottweiler. Er kam mit Alfis Art überhaupt nicht zurecht. Ich glaube, mein Vater hat diesem Hund die Seele zerschlagen“
Ich möchte mir nicht vorstellen, wieviele Prügel Alfred bezogen hat, das Ergebnis hatten wir ja in den Händen. Es war auch eine Entropiumoperation (Rolllid nach innen) an beiden Augen notwendig, keiner hatte je bemerkt, dass der Hund im Freien bei jedem Windstoss Schmerzen hatte, seine Augen fest zusammenkniff, und dadurch die Haare ständig die Hornhaut reizten. I.d.R. wollte Alfred immer schnell wieder ins Haus, um dem zu entgehen.

Als Alfred 6 Monate bei uns war, absolvierte er seine erste Kinderfreizeit mit einem 11-jährigen Mädchen, eine Woche lang war er, unter unserer Anleitung, ihr ständiger Begleiter. Und die beiden machten das prima. Das Mädchen war etwas introvertiert, das kam Alfred sehr entgegen, denn auch er brauchte eine gute Individualdistanz. Die beiden gingen so feinfühlig miteinander um – es war eine Freude dem zuzusehen.

In den weiteren Jahren war Alfred überwiegend mit uns im Kinder- und Jugendhilfebereich in der tiergestützten Intervention tätig, und immer wenn besonderes Feingefühl gefragt war, wenn sich junge Menschen nur schwer öffnen konnten, kam Alfred mit ihnen „ins Gespräch“. Dadurch wurde er zu einem grossartigen Helfer in unserer Arbeit.Auf Alfreds Menschenkenntnis war immer Verlass. Wenn Alfred jemanden anknurrte, hiess es immer, dich mag ich nicht, lass mich in Ruhe. Wenn er jemanden nicht anknurrte, war er ab dem ersten Moment bereit zur Kontaktaufnahme.

Alfred Fähigkeiten gingen so weit, dass er frühzeitig erkannte, wenn einer der Hunde krank war und dadurch schwächer wurde, quasi nicht mehr rudeltauglich war, dann fing er an diese aus dem Rudel zu beissen. So hat er vor Jahren bei unserem Boxerrüden eine sehr aggressive Krebserkrankung festgestellt, noch bevor wir sie bemerkt hatten. Wir mussten Kodi damals nach Erkennen der Erkrankung binnen 6 Wochen einschläfern. Alfred hatte ihn 14 Tage zuvor aus dem Rudel gebissen. Später musste ich dieselbe Verhaltensweise auch mit anderen Hunden erleben.

Heute gehört Alfred zu den Schwachen. Mit ca. 13 Jahren baut er inzwischen so deutlich ab, dass ich wiederum in absehbarer Zeit einen Freund, Mitarbeiter und eine Persönlichkeit verlieren werde.
Er wird immer ruhiger, schläft so fest, dass er die Umgebung teilweise nicht mehr wahrnimmt,fängt nun an dünner zu werden, ist dankbar für jede Zuwendung…. und ich bin immer wieder dankbar für diese grossartigen Persönlichkeiten, die uns jahrelang begleiten, unglaublich wandelbar sind, und von denen wir lernen dürfen.

Auch hier werden wir das letzte Stück des Weges gemeinsam gehen, und die Zeit die wir noch haben so gut es geht miteinander genießen.

Alfred wurde am 17.03.2018 eingeschläfert.

Miro

Unser letzter gemeinsamer Gang heute….. wieder einmal ein Abschied. Und wie immer wandern die Gedanken in die Vergangenheit… Abgegeben von einer netten Familie mit kleineren Kindern, die dich als Leonbergermischling von einer Vermehrerin eingekauft haben….. Fatal und Fahrlässig, wenn es sich in Wirklichkeit um einen Kaukasen handelt. Und natürlich ging es schief…. … Die ersten 2 Jahre mussten wir beide auch viel kämpfen, bis du unsere Regeln annehmen konntest. Unser großer Kaukase Bakunin, und Berta, unsere Filahündin haben dann aktiv in deine Erziehung eingegriffen, und mich unterstützt. Kaukasentypisch hast du deine rauhe Schale zuerst gezeigt, deine sensible Seite haben deine Vertrauenspersonen kennenlernen dürfen. Wie immer eine wunderschöne Erfahrung, wenn wieder einmal einer der sogenannten schwer Erziehbaren im Laufe der Zeit eine solche Wandlung erlebt, dass eine Zusammenarbeit in der tiergestützten Intervention möglich wird. Das schafft so viel Verbundenheit, und ist etwas ganz Besonderes. Du hast Menschen stolz gemacht…., jeder in der TGI der sich mit dir beschäftigt hat, wurde stolz darauf, dass so ein grosser schöner Hund ihm so zugewandt war. Damit konntest du Menschen glücklich machen. Als typischer Kaukase hast du gut auf mich und alle anderen aufgepasst. Deshalb bist du die letzten 2 Jahre nicht mehr mit zur TGI gegangen. Um dich nicht zu verwirren. Hier ein Wachhund, dort ein Hund der sich alles gefallen lässt… das wäre nicht immer leicht zu verstehen gewesen. Danke Miro für dein Vertrauen und deine Zartheit, deine Kooperation und deine Zugewandtheit. Und nun gehe und treffe dein großes vorangegangenes Rudel wieder….